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10. Mai 2012

Für echte Inklusion Design für alle ohne Barrieren

CUXHAVEN. Es ist schon ein charmanter Ansatz: Design für alle – das hört sich doch wesentlich besser an als „behindertengerechter Ausbau“ – und was heißt schon behindert?

 Bald schon werden die meisten von uns – zum Beispiel auch die, die jetzt Städte planen – zum älteren Teil der Bevölkerung zählen und ein Stück mehr Bequemlichkeit im Alltag zu schätzen wissen; ebenso wie alle, die vielleicht auch nur für eine kurze Zeit bewegungseingeschränkt sind oder einen Kinderwagen durch die Stadt schieben.

Dem Thema „Chancen und Perspektiven barrierefreier Stadtentwicklung der Stadt und des Landkreises Cuxhaven – mehr Lebensqualität für alle“ war diese Woche eine Fachtagung im Cuxhavener Kreishaus gewidmet. Im Umfeld des Europäischen Tags der Menschen mit Behinderung hatten Institutionen im Landkreis eingeladen.

Gerd Drewes, Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Cuxhaven, und Annette Faße, stellvertretende Landrätin und Vorsitzende des Sozialausschusses,  freuten sich über Impulse, die „bis in den letzten Winkel des Landkreises“ vordringen sollten. „Barrierefreiheit hilft allen, sie ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben“, stellte Gerd Drewes fest.

Die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung werde das Sozialplanungsreferat noch vor viele Aufgaben stellen, machte dessen Leiter Reinhard Krause deutlich. Das Thema barrierefreies Bauen sei dabei sehr greifbar. Ausschluss von Menschen mit Behinderung sei heute noch allgegenwärtig – in der Schule und im Beruf, in der wirtschaftlichen Teilhabe, bei kulturellen Anlässen oder sozialen Kontakten. Aber die bestausgestatteten öffentlichen Räume nützten nichts, wenn diese nicht erreichbar seien. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir für die Bürger da sein sollen und nicht dafür, immer mehr einzusparen und die Lebensqualität einzuschränken.“

Es geht nur vernetzt

Gerd Schwesig vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen berichtete, wie sich dieser Verband für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention einsetzt und dabei die Vernetzung mit anderen Behinderteninstitutionen sucht. Ein sehr guter Ansatz, wie Annette Faße feststellte, denn gerade im Bau-Bereich könnten sich die Bedürfnisse der Betroffenen je nach Behinderung erheblich unterscheiden. Hier sei es wichtig, zu Einigungen zu kommen.

Dr. Markus Rebstock, Fachhochschule Erfurt, erklärte, der demografische Wandel werde den Prozess hin zum „Design für alle“ beschleunigen. Barrierefrei angelegte Städte seien unentbehrlich für zehn Prozent der Bevölkerung, notwendig für 40 %, aber komfortabel für 100 % der Bewohner. Dabei sei es wichtig, rechtzeitig miteinander zu reden und die Interessensvertretungen mit einzubeziehen, um teure Nachbesserungen zu vermeiden.

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