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28. Dezember 2010

"Zwiebelprinzip" und Ohrstöpsel

KREIS CUXHAVEN. Momentan pfeift einem der eisige Dezember-Wind derart bissig um die Nase, dass manch einer sich kaum traut, selbige aus der Haustür zu strecken.

Die CN-Redaktion hat sich vom HNO-Arzt Dr. med. Dieter Czapski wertvolle Tipps gegen Frost und laufende Nasen geholt und auch in Erfahrung gebracht, wie die Ohren beim Knallen zum Jahreswechsel geschützt werden können.

Was sind die häufigsten Erkrankungen zu dieser Jahreszeit?

Atemwegsinfekte wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Bronchitis.

Was ist mit Kopf und Füßen, ist ordentliches Einmummeln Pflicht?

Man sollte sich insgesamt warm halten. Gerade Kinder sollten es an Kopf und Füßen warm haben. Den Großteil der Wärme gibt der Körper über den Kopf ab, also sollte man auf jeden Fall auch etwas über den Ohren tragen.

Wer ist häufiger von Erkrankungen betroffen, Kinder oder erwachsene?

In erster Linie Kinder, weil ihr Immunsystem noch nicht so ausgereift ist. Kinder im Vorschulalter machen zudem verschiedene Infekte durch.

Wie geht man am besten wind- und wetterfest aus dem Haus?

Mit Funktionsbekleidung. Die ist atmungsaktiv, sodass man darunter nicht schwitzt. Und man sollte sich mehrschichtig anziehen - also nach dem "Zwiebelprinzip.

Stichwort "Prinz-Heinrich-Mütze": Müssen die Ohren unbedingt bedeckt sein oder reicht es, wenn der Kopf warm ist?

Es sollten auch die Ohren bedeckt sein. Bei diesem Wetter ist die Funktion wichtiger als die Mode.

Draußen kalt - drinnen warm, welche Risikofaktoren gibt es da?

Die warme Heizungsluft ist ein Problem. Der Wechsel zwischen Wärme und Kälte kann zu Infektionen der oberen Atemwege führen. Hier hilft eine physiologische Kochsalzlösung, die es als Spray oder Spülung gibt. Wer empfindlich ist und zu Infektionen der oberen Atemwege neigt, der sollte regelmäßig eine Nasendusche machen, um Infekten vorzubeugen.

Was kann man tun, um seine Ohren vor dem Silvester-Lärm zu schützen?

Da sind Ohrenstöpsel zu empfehlen. Der Vorteil ist, dass sie hohe Frequenzen ausblenden, man Gespräche aber noch verstehen kann. Nach Silvester steigt die Zahl der Patienten, die mit Gehörproblemen zu uns kommen. Man sollte eher auf Lichteffekte setzen und die Knaller weg-lassen. Wer trotzdem knallt und keine Ohrenstöpsel benutzen will, sollte zumindest ordentlich Abstand halten von den Lärmquellen.

Von Verena Steinau

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