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10. Oktober 2012

Mit Steinen auf Autos geworfen Angeklagter kommt glimpflich davon

WINGST/OTTERNDORF. Sie haben es zur Belustigung gemacht, so der 23-jährige Angeklagte vor dem Amtsgericht in Otterndorf. Er und sein 19-jähriger Kumpel haben mit Steinen auf parkende Autos geworfen. Der Schaden ist nicht gering. Während der ältere der beiden das Vergehen komplett einräumt, erscheint der Mittäter erst gar nicht zum Prozess. Er muss nun mit noch härteren Konsequenzen rechnen.

„Ja, wir haben das gemacht“, sagt der Wingster. Sie haben am Vorabend gefeiert, sind dann morgens zum Wingster Bahnhof, um von dort aus Richtung Hemmoor zu fahren. Während der Wartezeit haben sie dann Steine aus dem Kiesbett der Gleise genommen und diese wild durch die Gegend geworfen. Nach eigener Aussage sei eine Laterne das Ziel gewesen. Dass genau dahinter parkende Autos standen, schien die beiden jedoch recht wenig zu interessieren. Mindestens zwei Pkw wurden teilweise erheblich beschädigt.

An einem der Autos entstand ein Sachschaden von über 3000 Euro. Diverse Beulen, Kratzer und eine kaputte Frontscheibe waren das Ergebnis der Spielereien. „Der klassische Fall einer Sachbeschädigung“, sagte Richterin Sabine Deutschmann. Und gerade der 23-Jährige hätte wissen müssen, dass er sich eine weitere Straftat nicht erlauben darf. Er ist diverse Male vorbestraft, steht sogar unter doppelter Bewährung. Trotz alledem kam er noch einmal relativ glimpflich davon. Ein weiteres Mal wurde er „nur“ zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt.

„Mit Bedenken“, sagt Deutschmann später in ihrer Urteilsverkündung. Ausschlaggebend dafür war vor allem sein Geständnis, die Tatsache, dass er den Schaden anerkannt hat, und der aus Sicht des Gerichts nicht allzu schwere Vorwurf. „Man kann hier noch mal eine Geldstrafe verhängen“, so Deutschmann. Mit aller Deutlichkeit machte sie dem Angeklagten jedoch auch klar, dass dies eine allerletzte Chance für ihn ist. Er müsse sofort versuchen sein Leben in den Griff zu bekommen. Ein erster Schritt wäre eine Alkoholentzugstherapie.

Diese hatte er bisher strikt abgelehnt. In der Verhandlung erklärte er jedoch seine Bereitschaft. Ob dies nur leere Versprechen sind, wird die Zukunft zeigen. Ob die Geschädigten jemals ihren Schaden an den Autos ersetzt bekommen, steht in den Sternen.

Von Jan Unruh

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Leserkommentare

cuxel,11. Oktober 2012, 20:16 Uhr

Angeklagter kommt glimpflich davon

Klasse! Weiter so! Das nennt man wohl einen Karriereschub! Oder doch nur einen Freibrief? 1000 Euro Strafe! Und der Geschädigte ist derDumme! Rechtsstaat! ? Für wen??
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