Sechs neue Wattführer/innen mit Vertretern der Nationalparkverwaltung, der LEB und des Besucherzentrums vor Bilderbuchkulisse am Sahlenburger Strand.
Foto: Reese-Winne
SAHLENBURG. Nur wer selber vom Lebensraum Watt begeistert ist, kann Gästen diesen faszinierenden Lebensraum näher bringen. Doch damit allein ist es nicht getan: Fachwissen gehört ebenso dazu wie pädagogisches Einfühlvermögen. Denn eine Gruppe Teenies mit gelangweilten Mienen muss deutlich anders angesprochen werden als die Busgruppe älterer Besucher aus dem Binnenland. Wer kann das? Da ist die Zertifizierung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer eine gute Orientierung.
Wilfried Berkemeyer (Cuxhaven), Dr. Albrecht Bießmann (Cuxhaven), Dietmar Kelm (Cuxhaven), Reinhard Schönrank (Cuxhaven), Simone Waldecker (Nordholz) und Olli Berns (Borkum)erhielten vergangene Woche im UNESCO-Weltnaturerbe-Wattenmeer-Besucherzentrum in Sahlenburg ihre Zertifikate als Watt- und Gästeführer aus der Hand von Nationalpark-Leiter Peter Südbeck. Alle hatten hierfür sechs Pflichtseminare in Wilhelmshaven und Norden/Norddeich besucht und die Kosten aus eigener Tasche getragen.
Friedrich Reuter, pädagogischer Mitarbeiter der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), die diese Seminare für die Nationalpark-Verwaltung durchführt: „Auf Wunsch vieler Teilnehmer haben wir die Seminare so gestrafft, dass sie auch in mehreren Blöcken direkt hintereinander belegt werden können.“ Gesetzliche Grundlagen, Methodik und Didaktik, Fachwissen über Seehunde, Schweinswale, Kegelrobben, Vögel – dies und vieles mehr waren Inhalte der Seminare. Auch eine eigene Wattführungen wurde darin ausgearbeitet.
Heike Niemann vom Besucherzentrum sieht die privaten Anbieter keineswegs als Konkurrenz, hat doch ihr eigenes Team alle Hände voll zu tun, um den Interessen der mehr als 80 000 Besucher jährlich (damit liegt dieses Besucherzentrum nach der Seehundauffangstation in Norddeich auf Rang 2 in Niedersachsen) gerecht zu werden. „Wir leiten Interessenten gerne weiter.“ Dabei sei auffällig, dass viele Interessenten, vor allem Schulen, nur mit einem zertifizierten Führer zusammenarbeiten wollten.
„Keiner kommt so direkt mit dem Gast in Berührung wie ein Wattführer“, sagen Peter Südbeck und Friedrich Reuter. „Eine gute Führung bleibt jahrelang in Erinnerung.“