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18. Juni 2013

Vor dem Abriss Letzter Rundgang durch das Karstadt-Gebäude

CUXHAVEN. Besser als man es sich vier Jahre nach der Schließung des Hertie-Hauses vorstellen würde, sieht es – wenige Tage vor Beginn des Abrisses – in den Innenräumen aus. Es riecht nicht schlecht, an einigen Wänden hängen noch Schilder, die für Süßigkeiten, Modemarken, Strickwolle oder Kochtöpfe werben. Die Spots, die einst die Uhren in den Auslagen beschienen, hängen offen im Raum.

Die Redaktion unserer Zeitung hatte die Gelegenheit zu einem letzten Rundgang in dem Gebäude, mit dem Einheimnische viele Jahre schöner Einkaufserlebnisse verbinden. Karstadt, 1960 in den Neubau an der Nahtstelle zwischen Nordersteinstraße und Kaemmererplatz eingezogen, war eine feste Größe und der Magnet in der Innenstadt. Hier wurde das Kind eingekleidet, Haushaltsausstattung gekauft und in Platten und CDs gestöbert. Nicht zu vergessen: Die Lebensmittelabteilung und vor allem die Düfte nach gegrilltem Hähnchen, die aus dem Untergeschoss aufstiegen.

Dass Karstadt sich entschied, sich bundesweit von den kleinen Häusern zu trennen, traf auch den Standort Cuxhaven, der nicht nur beliebt gewesen war, sondern auch stets schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Hoffnung auf Hertie war umsonst

Neue Hoffnung keimte mit dem Hertie-Einzug auf. Das Haus präsentierte sich modernisiert und mit attraktivem Sortiment. Mit der Schließung vor vier Jahren ging auch ein Stück Identität verloren.

Nun also ein letzter Blick durch die Räume: Der Strom ist im gesamten Gebäude abgestellt. Unten kommt noch genügend Sonnenlicht durch die nur mit Packpapier abgeklebten Fassaden. Statt Reisebüro, Parfümerie, Uhren, Süßigkeiten, Socken und Taschen herrscht hier die große Leere.

Nur ein Blick in den düsteren Keller, dann über die stillgelegte Rolltreppe ins Obergeschoss. Geisterhaft stehen die Umkleidekabinen – noch mit Vorhängen – da. Einige Etagen wirken noch recht ordentlich, in anderen haben Täter sich mit Feuerlöschern ausgetobt und Scheiben zerschlagen.

Keine Kundendurchsage mehr

An der Kasse ganz oben steht noch das Mikrophon für die nächste Kundendurchsage bereit.

Während die Verkaufsetagen ganz leer sind, bildet die Verwaltung ein Bild des Jammers: Unterlagen liegen mit zertrümmertem EDV-Gerät auf dem Boden verstreut. Ein ganzes Regal ist umgeworfen worden. An den Wänden stehen noch reichlich Aktenordner. Unternehmen Sie mit unseren Bildern einen letzten Rundgang.

Von Maren Reese-Winne

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Einst war das Untergeschoss Eingangspforte ins Haus, jetzt sind die Schaufenster verklebt. Fotos: Reese-Winne/Potschka
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ergreifend informativ wichtig


Leserkommentare

Bernhard Jaeger,19. Juni 2013, 12:10 Uhr

Postleitzahl

Wer schreibt, macht Fehler. Wer viel schreibt, mach viele Fehler.
Nur wer gar nicht schreibt macht keine Fehler!

Man verzeihe doch bitte den Redakteuren diesen kleinen Ausrutscher. Der Wert der anderen Fotos wiegt das allemal wieder auf. Danke dafür!

In zwanzig Jahren ist das mit der 1290 längst vergessen, die Fotos aber wertvolle Erinnerungen.

Ein Foto fehlt allerdings noch: Die Tafeln mit den Namen der Mitarbeiter und die davon noch lebenden dazu.

Bitte nachholen!

Bernhard Jaeger
cäfergirl,18. Juni 2013, 22:29 Uhr

Letzter Rundgang

Herzlichen Dank für diesen letzten Rundgang durch das ehemalige Karstadt-Haus - es verursacht schon ein mulmiges Gefühl!
Obwohl ich das Gebäude vom Optischen her nicht ansprechend fand, gehörte es zum Stadtbild einfach dazu.
Ich hoffe für unsere Stadt, dass mit dem Neubau eine Wiederbelebung der Nordersteinstraße erfolgreich umgesetzt wird und Alle davon profitieren werden!
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