Filmreifer Abschied auf der Brücke
OTTERNDORF. Es war ein bisschen wie im Film. Heinz Hellwege und Horst Lunden schritten auf der Landmark-Brücke beschwingt aufeinander zu, die von etlichen Feuerwehrleuten gesäumt war. Dann nahmen sich die beiden Gemeindebrandmeister zum Lied "Treff' Ma Uns In Der Mitt'n" von den Zillertaler Schürzenjägern herzlich in die Arme.
Der Treffpunkt auf der Brücke über den Hadelner Kanal war für die Aktion gut gewählt, denn sie markiert die Grenze zwischen den Samtgemeinden Am Dobrock und Land Hadeln. Über 20 Jahre war Horst Lunden Chef der Sietland-Wehren, sein Freund aus Oberndorf, Heinz Hellwege, stand seit 1999 den Dobrocker Wehren vor. "Wir haben aus einer Laune heraus schon vor Jahren verabredet, dass wir gemeinsam aufhören", sagt der Ihlienworther Lunden. Nun war es so weit.
In der Otterndorfer Stadthalle wurde es anschließend offiziell. Nach einem großen Appell auf dem Schützenplatz kamen rund 500 Feuerwehrleute aus den beiden Samtgemeinden sowie Offizielle aus Rat und Verwaltung zusammen, um drei Gemeindebrandmeister und einen Stellvertreter aus ihren Ämtern zu verabschieden und ihre Nachfolger zu präsentieren. Neben Hellwege und Lunden wurden auch Heinz Ehlbeck aus Nordleda (zehn Jahre Gemeindebrandmeister in Hadeln) und sein Stellvertreter Hauke Niesler, Otterndorf, verabschiedet. Beide konnten ihre beruflichen Verpflichtungen nicht mehr mit den zeit- und arbeitsaufwändigen Ehrenämtern verbinden.
Dann erfolgte die feierliche Staffelübergabe. Ingo Graf aus Nordleda sprach als erster Gemeindebrandmeister der neuen Samtgemeinde Land Hadeln den Amtseid für sechs Jahre als Ehrenbeamter auf Zeit. Ebenso erhielt sein Stellvertreter Horst Wendt aus Steinau seine Ernennung. Gemeindebrandmeister in der Samtgemeinde Am Dobrock ist jetzt Torsten Söhle aus Kehdingbruch. Die neuen Feuerwehrchefs erhielten zudem schriftlich die offizielle Erlaubnis beim Autofahren im Dienst das Blaulicht anschalten zu dürfen. "Die gleichzeitige Verabschiedung von drei von fünf Gemeindebrandmeistern eines Abschnitts wird wohl einmalig bleiben", sagte Kreisbrandmeister Helmut Heinemeyer. Entscheidend sei, dass sie ihren Nachfolgern moderne, schlagkräftige und gut ausgestattete Wehren hinterließen. Horst Lunden, der altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheidet, und der etwas jüngere Heinz Hellwege erhielten aus den Händen ihrer Dienstvorgesetzten Zahrte und Gallinat die Urkunden mit der Ernennung zu Ehrengemeindebrandmeistern.
"Ich freue mich, dass ich noch an der Fusion der Wehren mitwirken konnte", meinte Lunden, der wie Hellwege seit 1968 in der Feuerwehr ist. "Ich weiß das Kommando bei Ingo Graf aber in guten Händen." Lunden und Hellwege wurden von ihren Kameraden mit Abschiedsgeschenken überhäuft. So durfte sich Heinz Hellwege über ein Klapprad mit Blaulicht freuen. Der Feuerwehr bleibt Hellwege auch sonst eng verbunden: "So lange ich laufen kann, bleibe ich im Spielmannszug."
Von Ulrich Rohde
















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