Nach der Enthüllung: Ehrenbürgermeister Meyn, Samtgemeindebürgermeister Ottern Hinrich Oellrich, Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, Ministerpräsident McAllister, Bürgermeister Knust, und Dezernatsleiter Krummel, Amt für Landentwicklung, sowie Trachtengruppenvertreter (v.l.).
Lamstedt. In der Börde Lamstedt fühlt sich Ministerpräsident David McAllister (CDU) wohl. Das Ende der Flurbereinigung in Lamstedt ewar für ihn Sonnabend guter Grund, mit der Gemeinde und den Einwohnern zu feiern und einen Drei-Tonnen-Erinnerungsstein an der Ecke Auf der Stroth/Wischhofstraße einzuweihen.
Die Bilanz der Flurbereinigung auf einem Gebiet von knapp 1500 Hektar mit 190 Teilnehmern kann sich sehen lassen. Es sei dadurch in Lamstedt viel bewegt worden, erläuterte Ministerpräsident McAllister: Über 30 Kilometer neue Wirtschaftswege wurden gebaut, die durchschnittliche Vergrößerung der landwirtschaftlichen Besitzstücke wuchs um einen Hektar, die Entfernung zwischen Hof und Fläche verringerte sich um zehn Prozent, 21 Hektar Fläche wurden naturnah umgestaltet und Anpflanzungen von 240 Bäumen und 14 000 Sträuchern und Heister vorgenommen. Weitere Aktivposten: Wettbewerbsfähigere Höfe sowie der Gewinn an Lebensqualität für alle Einwohner, denn im Zuge des Wirtschaftswegebaues entstand ein gut ausgebautes Radwegenetz.
Die Verfahrenskosten von 3,1 Millionen Euro bezeichnete der Ministerpräsident als „gut angelegt“. 2,1 Millionen Euro Kamen aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz, Gemeinde und Flächeneigentümer steuerten 500 000 Euro bei und noch einmal flossen eine halbe Million aus dem früheren Programm Proland.
Zusammen mit der Dorferneuerung sei in Lamstedt und weiteren Börde-Orten vieles positiv bewegt worden. Für McAllister haben sich sowohl Dorferneuerung als auch Flurbereinigungen als Instrumente zur Stärkung des ländlichen Raumes bestens bewährt, daher werde das Land auch künftig notwendige Mittel bereit stellen.
Zur aktuellen Agrarpolitik sagte er, dass die EU ihre „Greening“-Vorschläge überarbeiten müsse: „Wir wollen nicht, dass Landwirte sieben Prozent ihrer Ackerflächen aus der Produktion nehmen müssen, um die volle Höhe der Direktzahlungen zu erhalten. Dauergrünlandbetriebe und Höfe unter 15 Hektar Ackerflächen müssten von solcher Regelung ausgenommen werden – „das wäre gerade für Betriebe bei uns im Landkreis Cuxhaven wichtig, sagte McAllister unter Beifall.
Ein Mann stand bei den Lamstedter Feierlichkeiten in erster Reihe: Hinrich Oellrich, als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. Seine großen Verdienste um die Abwicklung der Flurbereinigung würdigte Bürgermeister Manfred Knust und überreichte den Ehrenbecher der Gemeinde Lamstedt mit Verdiensturkunde. Samtgemeindebürgermeister Werner Otten lobte: „Hinrich Oellrich hat mit großem diplomatischen Geschick einiges bewegt und war ein Glücksfall für das Verfahren.“ Der gerührte Geehrte betonte: „Ich habe doch nur meine Pflicht getan – und die habe ich gern getan“. Lobende Worte gab es von allen für die Begleitung und Abwicklung durch das Amt für Landentwicklung in Bremerhaven.