Wir wollen die Oste nach innen und außen ins Bewusstsein bringen

Gerald Tielebörger, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Osteland, sieht sich in der Rolle des ModeratorsWingst. Er ist Original-Altonaer und wanderte mit seinen Eltern als 13-Jähriger in die Wingst aus. Seit knapp zwei Jahren steht Gerald Tielebörger an der Spitze der seinerzeit neu gegründeten AG Osteland. Den Vorsitz wollte ich eigentlich nicht. Aber ich habe das übereinander bekommen und nie bereut, bekennt der Reiseverkehrskaufmann. Heute finde ich mich in der Rolle des Moderators. Doch bevor die Arbeitsgemeinschaft im Osteland gegründet wurde, stand für Tielebörger und mit ihm für die Unternehmergemeinschaft Hemmoor, der dieser angehört, die große Ernüchterung. Eine Analyse des Ist-Zustands durch den Fachbereichsleiter für Tourismus und Wirtschaft beim Landkreis Cuxhaven habe im Rahmen einer Zusammenkunft der Wirtschafts- und Gewerbetreibenden schonungslos Defizite aufgedeckt mit dem Fazit: Hemmoor findet nicht statt. Das habe sich eingeprägt und die Unternehmergemeinschaft zum sofortigen Handeln veranlasst. Wir wollten einen Arbeitskreis Tourismus gründen und unorthodox an die Sache gehen. Echo erfasste die gesamte Tideoste Letztlich fanden sich Ideengeber an einem Runden Tisch zusammen, Menschen, von denen Tielebörger sagt: Die gut sind für die Region. Als größtes Glück habe man seinerzeit die Vorstellung und Publikation der Studien zur Fährstraße des Spiegel-Redakteurs Jochen Bölsche empfunden: Etwas Besseres konnte uns nicht passieren. Im Januar 2004 sei dann die AG Osteland durch elf Gründungsmitglieder geboren worden. Das waren die richtigen Leute. Konzentriert auf das Projekt Deutsche Fährstraße sei eine sehr professionelle Präsentation erarbeitet worden, und damit sind wir über die Dörfer gezogen. Man sei in Gemeinderatssitzungen gewesen und habe mit Bürgermeistern gesprochen und letztlich eine Dynamik erreicht, die Türen geöffnet habe. Wir brauchten nicht mehr anzufragen, ob wir kommen dürfen, um unser Projekt vorzustellen, sondern man hat uns gefragt: Könnt ihr kommen? Letztlich habe das positive Echo die gesamte Tideoste erfasst. Tielebörger, der die sehr gute Konstellation im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft hervorhebt, freut sich über die Aktivitäten vor allem auch der Mitglieder. So seien verschiedene Arbeitskreise installiert worden, in denen hervorragend gearbeitet wird. Dahinter stehe die Idee des Handelns nicht nur von Seiten des Vorstands sondern intensiv auch der Aktiven in den einzelnen Arbeitskreisen, hier vornehmlich auf den Gebieten Kultur und Natur. So gebe es ein viel beachtetes Exkursionsprogramm mit Bezug zur Oste, denn wir wollen den Fluss nach innen und außen ins Bewusstsein bringen und zeigen, was wir hier Schönes haben. Mit der Grundidee, den geprägten Begriff des Kirchturmdenkens aufzulösen, sehen wir uns auf dem richtigen Weg. Hier führt der Vorsitzende auch das ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) als guten Schlüsselfaktor ins Feld: Wir begrüßen das, wissen aber auch, dass noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Erste Pauschalangebote im kommenden Jahr Nicht ohne Stolz spricht Tielebörger von messbaren Erfolgen, seit es die AG Osteland gibt: Hemmoor hatte 2005 die höchsten Zuwächse an Übernachtungen im Landkreis. Und er legt sogleich nach: Durch Jochen Bölsche ist uns eine exzellente Pressearbeit gelungen, und wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Medien ­ unsere Ideen werden angenommen. Für das kommende Jahr kündigt er die ersten, von der Arbeitsgemeinschaft entwickelten Pauschalangebote für Touristen an. Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann Natürlich ­ für den Endvierziger gibt es wichtige Wirkungsbereiche auch außerhalb der AG Osteland ­ zunächst als Inhaber des TUI-Reisecenters Hemmoor. Noch mit 38 Jahren hat er sich der Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann gewidmet, denn ihn faszinieren die schönen Gegenden dieser Welt. Und davor? Nach Schulbesuchen in Warstade und Otterndorf habe er nach dem Realschulabschluss viel gemacht: Ich war im Straßenbau, Lkw-Fahrer, bin zur See gefahren, war Datentechniker in Hamburg und habe ein Jahr in Dänemark gelebt. Längst weiß der Ehemann und Familienvater, dass die Wingst sein wirkliches Zuhause ist, allerdings: Das Herz hängt noch an anderen Stellen, zum Beispiel an Osten, dem Dorf mit Charme, aus dem seine Frau Christel stammt. Mit dem Segler hinaus auf die Oste Dem weidlich ausgefüllten Alltag im eigenen Unternehmen, der Unternehmergemeinschaft und der AG Osteland, setzt Gerald Tielebörger in seiner knapp bemessenen Freizeit das Gestalten von Haus und Garten entgegen. Für seine kleine, dreieinhalbjährige Tochter Emma da zu sein, erfüllt den Vater mit großem Stolz. So hat er der Kleinen jüngst ein Spielhaus gebaut. Die Tielebörgers lieben die Nähe zum Wasser, und so geht es mit dem Segler ein- bis zweimal im Jahr hinaus auf die Ostsee. Auch Dänemark nimmt sie nach wie vor gefangen, je eine Woche im Frühjahr und Herbst stehen seit Jahren im Terminkalender. Dann beziehen sie ein Haus am Lymfjord bei Nykøbing.
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