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12. Mai 2012

Wildschweinplage "Wir müssen mit der Natur leben"

WINGST. Friedrich Mahler staunte nicht schlecht, als er Anfang April in seinen Garten trat und eine Ackerlandschaft vorfand, wo vorher noch gepflegte Grünfläche war. „Zuerst dachte ich an Maulwürfe“, sagt der Wingster. Doch Tiere, die so einen Schaden anrichten können, müssen von größerer Statur sein.

Inzwischen hatte Mahler schon häufiger nächtlichen Besuch von Wildschweinen. Das letzte Mal vor wenigen Tagen. „Insgesamt fünfmal waren sie schon in unserem Garten“, sagt Mahler. Beim ersten Mal habe er die Spuren beseitigt und die Fläche wieder begradigt. Doch nach einigen Tagen packte die Tiere wieder der Hunger und Mahlers Grundstück musste erneut als Speisekammer herhalten. Mittlerweile haben sie sich quer über das 4000 Quadratmeter große Grundstück gewühlt, das an zwei Seiten an den Wald grenzt.

Kreisjägermeister Ahrend Müller sagt: „Von einer Problematik mit den Wildschweinen kann man noch nicht sprechen.“ Im Moment konzentriert sich das Schwarzwild in den Wäldern und wartet auf den Mais. Die Nahrungssuche treibe die Tiere aber auch in die Randgebiete, wo sie nach wichtigen tierischen Eiweißen suchen.

Dabei legen die Wildschweine die Scheu vor Menschen immer mehr ab und dringen mittlerweile auch in städtische Gebiete ein, wie beispielsweise in Berlin. Gefährlich werden Wildschweine für Menschen aber nur in Ausnahmefällen.

Aufhalten lassen sich Wildschweine kaum. „Einen normalen Maschendrahtzaun nehmen die Tiere ohne Probleme auseinander. Nur Elektrozäune können sie zurückhalten“, so Müller.

Da Friedrich Mahler weder Geld für einen Elektrozaun hat, noch auf Schadensersatz hoffen kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als abzuwarten. Er nimmt es gelassen: „Wir müssen damit leben. Vielleicht haben wir ja Glück und die Wildschweine hauen im nächsten Jahr wieder ab.“

Von Niklas Rohde

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Wildschweine machen auf der Suche nach Futter auch vor Gärten, Sportplätzen und Friedhöfen nicht halt. Der Bestand ist aber generell rückläufig und große Schäden eher die Ausnahme.
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