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29. Januar 2010

Wenn nachts im Wald Blitze zucken...

HEMMOOR. Irgendwo im Wald, beim Westerberg. Dunkelheit macht sich breit. Zeit für das Fotoshooting. Fabian Klingbeil (27) hat seine Kamera auf dem Stativ justiert, das Blitzlicht hüllt für Sekundenbruchteile die Bäume in ein grelles Licht und verliert sich dann im dunklen Nachthimmel. Das Ergebnis: Bilder voller Kontrast und Detailreichtum - zu sehen sind sie am Sonnabend, 30. Januar, in Hemmoor.

Dass er seine Fotos nicht nur in Hamburg, Miami oder im Frühjahr in München und im spanischen Granada, sondern auch in Hemmoor ausstellt, überrascht nicht: Klingbeil ist gebürtiger Hemmoorer. Nach dem Abitur in Warstade packte er seine Koffer, zog nach einem Praktikum in einer Werbeagentur sowie bei einem Fotografen schließlich nach Miami, um dort (sowie in Amsterdam und Wien) an der "Ad School" zu studieren.

Bis zum vergangenen Jahr arbeitete er als Art Director in verschiedenen Agenturen, betreute dort unter anderem Kampagnen für Skoda, VW und Opodo - von der Anzeigengestaltung bis hin zum Drehen von Werbespots. Seit Februar 2009 ist er als freier Art Director und Fotograf in Hamburg tätig.

Zur Fotografie ist Klingbeil erst relativ spät gekommen: "Zunächst habe ich nur mit der Kamera meines Vaters fotografiert, später experimentierte ich dann mit meiner eigenen Digitalkamera." Während des Praktikums als Fotoassistent in Hamburg blickte er hinter die Kulissen professioneller Fotografie: "Da fing ich schließlich endgültig Feuer."

Während seines Studiums war die Fotografie jedoch nur noch zweitrangig und auch während seiner Festanstellung als Art Director fehlte die Zeit. Erst nach und nach verfeinerte er seine Aufnahmetechnik, suchte sich Themen, die er mit der Kamera im Bild festhielt, war mit Fotostrecken mal mehr, mal weniger zufrieden: "Zu Beginn hieß es: Machen, machen, machen. Da verwirft man vieles ganz schnell wieder und fängt neu an."

Die Testphasen hat Klingbeil bei seiner komplexen Blitztechnik inzwischen hinter sich gelassen. Ihm gelingt es in eindrucksvoller Weise, in der Dunkelheit verborgene Details sichtbar zu machen. Er setzt dabei auf einen sogenannten "Wanderblitz": Bei langer Belichtungszeit wird das Motiv mehrfach angeblitzt - und das aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Ergebnis: kontrastreiche Aufnahmen, in denen trotz der Dunkelheit kleine Details des Motivs erkennbar werden.

Die Motivsuche führt ihn nicht nur zum Westerberg, sondern auch im Urlaub lässt ihn seine Leidenschaft für die Fotografie nicht los: So entstanden unter anderem Fotos von 400 Jahre alten Olivenbäume in Orgiva bei Granada. Die Fotos werden dort ab 15. März ausgestellt.

Aktuell begibt sich Fabian Klingbeil übrigens in Hamburg auf Motivsuche - natürlich ebenfalls nachts. Er sucht nach Plätzen, Gebäuden und Ecken, die nicht beleuchtet sind: ob am Bahnhof Altona oder auf Grünflächen. Die ersten Bilder sind schon im Kasten, das Thema für die Fotostrecke ist wenig überraschend: "Stadt bei Nacht".

www. fabianklingbeil.de

Von Egbert Schröder

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Fabian Klingbeil stellt morgen in Hemmoor im Hemmoor-Center während des Jubiläums aus.
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