Verkehrslärm: Grodener Familie leidet
CUXHAVEN. Doris und Manfred Schmidt leben seit Jahren mit dem Straßen- und Schienenlärm direkt vor und hinter ihrem Haus. Trotzdem: "Gewöhnen kann man sich daran nicht, das macht krank", platzt es aus der lärmgeglagten Grodenerin heraus. Auf Hilfe hatte das Ehepaar schon nicht mehr gehofft, "schon gar nicht von der Politik, die haben uns Grodener doch ohnehin nicht mehr auf der Rechnung". Doch jetzt haben die Schmidts eine sehr positive Erfahrung gemacht.
Es war ihr Postbote Andreas Wichmann, SPD-Ratsmitglied und eigentlich in Altenwalde zu Hause, der im Mai vergangenen Jahres in den Cuxhavener Nachrichten von dem Problem der Schmidts gelesen hatte. Nach Feierabend fuhr er noch einmal zu seinen Kunden und fragte nach, ob sich denn schon etwas getan hätte nach dem Artikel.
Das war nicht der Fall. Statt auf andere zu warten, ergriff Wichmann im Spätsommer selbst die Initiative und suchte nach einem Weg, wie Familie Schmidt und deren Nachbarn geholfen werden könnte.
Wichmann machte das, was jeder Bürger auch hätte tun können, er rief die Hotline der Bahn AG an. Von dort wurde er verwiesen an die DB Netz AG und von dort wieder weitergeleitet an die Abteilung "Technik, Systemverbund, Dienstleistungen, Betrieblicher Umweltschutz, Schall- und Erschütterungsschutz" in Berlin. "Dort habe ich mehrfach mit dem Mitarbeiter Achim Naujokat telefoniert, der sich der Angelegenheit sofort sehr engagiert angenommen hat", erzählt Wichmann von seinen Bemühungen.
Von Herrn Naujokat erfuhr Wichmann auch, dass es bei der DB Netz AG ein Lärmsanierungsprogramm gibt, aus dem möglicherweise auch im Falle von Familie Schmidt Geld zum Beispiel für Lärmschutzmaßnahmen fließen könnte. Dazu müsse der Bereich Tamms Weg/Papenstraße allerdings erst einmal in das besagte Lärmsanierungsprogramm aufgenommen werden. "Wenn die Aufnahme erfolgt, kann möglicherweise in absehbarer Zeit ein schalltechnisches Gutachten erstellt und die Lärmsanierungsansprüche ermittelt werden", heißt es im Schreiben Naujokats. Trotzdem: einen Versuch ist es wert, meint Andreas Wichmann. Er will sich weiter für die Sache engagieren.
Von Thomas Sassen
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