Nachrichten, Lokalsport und Anzeigen aus dem Landkreis Cuxhaven
WERBUNG
12. Mai 2010

Sender-Störe für die Oste

KREIS CUXHAVEN. Lachs-Lebensraum ist sie schon, zum Stör-Fall soll die Oste wieder werden. Die Rückkehr des grauen Riesen hat sich Wolfgang Schütz (Osten), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wanderfische, zum Leitmotiv gemacht. Das Forschungsprojekt startet in die nächste Runde.

In Kürze wird der Versuchsbesatz mit Minisendern markierter Jungfische in der Oste fortgeführt. Für Aufbruchstimmung sorgt zudem ein Gespräch im niedersächsischen Umweltministerium.

In Hannover sei der AG Wanderfische sowie dem NLWKN Lüneburg deutlich gesagt worden, dass das Land zu der Wiederansiedlung des Europäischen Störs in der Oste stehe - vor allem nachdem "Übermittlungsschwierigkeiten" ausgeräumt waren, wie Schütz mitteilte.

Den Ministerienvertretern konnte deutlich gemacht werden, dass zwar eine bessere Fischdurchlässigkeit des Bremervörder Wehrs erwünscht, aber der Wegfall keinesfalls zwingend für die Weiterführung des Stör-Ansiedlungsprojektes sei. Schließlich, so Experte Schütz, sind Laichplätze bis Großenwörden historisch verbrieft.

Sollte sich das Land entschließend, das Stör-Projekt zu forcieren, würde dies wegen der hohen Priorität des Flusses eine 90-prozentige Förderung nach sich ziehen, sodass aus der Region lediglich ein Eigenanteil von 10 Prozent fällig wären, der auch aus Drittmitteln (beispielsweise Spenden) eingeworben werden könne, ist Schütz zuversichtlich, dass die Ansiedlung über das Jahr 2012 hinaus laufen wird.

Bis dahin fördert das Bundesamt für Naturschutz das Forschungsprojekt und prüft die Eignung verschiedener Flüsse. Die erste experimentelle Besatzmaßnahme in der Oste durch das Berliner Leibnitz-Institut fand im April vor einem Jahr statt.

Die Untersuchungen des Wanderverhaltens unterstützen die Wissenschaftler, die Ansprüche des Störs sowie die Eignung eines Flussgebietes für den Aufbau eines Bestandes zu ermitteln. Dieser Versuchsbesatz wird gegenwärtig fortgeführt. Zurzeit sind die Forscher um Projektleiter Dr. Jörn Geßner (Leibnitz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin, und Gesellschaft zur Rettung des Störs) in der Stör, dem schleswig-holsteinischen Elbe-Nebenfluss, auf Stör-Tour, danach geht es an die Oder und am 29. Mai sollen im Raum Zeven Jungstöre in die Oste ausgesetzt werden. Da es mit dem Nachschub von geeigneten nachgezüchteten Tieren aus Frankreich nicht so recht geklappt hat, werden diesmal nur wenige Störe ausgewildert. Nur telemetrierte Fische werden zu Forschungszwecken ausgesetzt.

Zunächst, so Schütz, sollen es ein bis zwei Störe sein, aber übers Jahr sei geplant, vier mit Minisendern versehene Störe zu verfolgen.

Die Sender haben eine Lebenszeit von rund vier bis fünf Wochen. In dieser Zeit wird die Verweildauer in bestimmten Flussabschnitten gemessen und es erfolgen durch Probenentnahmen Abgleiche mit den Lebensräumen.

Sollten die Forschungsergebnisse weiterhin für eine gute Eignung der Oste sprechen, steht der gezielten Rückkehr des Riesenfisches in die Oste nichts mehr im Wege.

Wolfgang Schütz, der gerade am Wochenende an der Hauptversammlung der Gesellschaft zur Rettung des Störs in Büsum teilgenommen hatte, erhofft sich die Aufstellung eines Besatzcontainers auch an der Oste. Kürzlich wurde der Prototyp von der Landesforschungsanstalt in Mecklenburg-Vorpommern aufgestellt. Darin sollen die Störlarven aufgezogen und auf die Gewässerstruktur vorbereitet werden.

Die Stör-Gesellschaft plant, solche Container in Zukunft an allen Flusssystemen aufzustellen. Die Ostepachtgemeinschaft bemüht sich um einen solchen Container an ihrer Lachs- und Meerforellen-Aufzuchtanlage in Kleinmühlen.

Die naturschützerischen Bemühungen der AG Wanderfische in der Oste sind übrigens Teil einer globalen Rettungsaktion für den Riesenfisch. So bilanzierte Prof. Dr. Harald Rosenthal, Präsident der Weltgesellschaft zum Schutz der Störe, auf dem 1. Stör-Gipfel vor zwei Monaten in Großenwörden: "Der Stör ist kein lokaler Fall, sondern die Wiederansiedlung in der Oste im Kontext weltweiter Bemühungen zu sehen."

Von Wiebke Kramp

Ihre Stimme wird übermittelt

16. Mai 2012
Fußball-Freundschaftsspiel

Eintracht unterliegt Werder Bremen 1:7

CUXHAVEN. Der Fußball-Bezirksliga-Meister FC Eintracht Cuxhaven hat am Mittwochabend vor 4000 Zuschauern auf dem Jahnsportplatz mit 1:7 (1:5) gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen verloren. Dabei... mehr
 
16. Mai 2012
Im Bett erwürgt?

Freitag fällt Urteil im Mordprozess

STADE/CUXHAVEN.  Eine lebenslange Haftstrafe soll der 45-jährige Cuxhavener Kraftfahrer Klaus K. wegen heimtückischen Mordes an seiner langjährigen Lebensgefährtin Silvia S.... mehr
 
16. Mai 2012
Radweg nach Altenbruch fertig

Ab Pfingsten freie Fahrt

CUXHAVEN. Die CuxHafenEntwicklungsgesellschaft hat mitgeteilt, dass der neue Radweg zwischen Groden und Altenbruch noch vor den Pfingsttagen freigegeben wird. Ab Montag wird der noch fehlende... mehr
 
Das Forschungsprojekt geht in die nächste Runde: Bei Zeven sollen Ende des Monats die nächsten markierten und mit Minisendern versehenen Störe in der Oste ausgewildert werden.
Diesen Artikel mit drei Klicks bewerten

Sie können entweder einem Wort drei Stimmen geben oder Ihre drei Stimmen auf verschiedene Wörter verteilen.

  1. Artikel bewerten
  2. Ergebnis ansehen



Schreiben Sie einen Kommentar




CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*

* obligatorisches Feld