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27. Mai 2012

Frühtanz Mehr Trunk als Tanz in Steinau

STEINAU. Das kirchliche Pfingsten feierte Sonntag die Aussendung des Heiligen Geistes. In Steinau hingegen beseelte ein ganz anderer Geist tausende junge Leute auf höchst weltliche Weise Angetörnt von Korn und Wodka, Sekt, Bier oder Cocktails feierten sie in der Ortsmitte.

 

Geschätzte 6500 Partygänger - mehr als voriges Jahr - sorgten für den Ausnahmezustand im Sietland-Dorf. Die Bilanz am Ende der Großveranstaltung: Acht Personen - drei mit Verletzungen - wurden ins Krankenhaus transportiert, darunter auch eine 22-jährige, die auf dem Festgelände Atemstillstand erlitten hatte, aber sofort notärztlich versorgt wurde. Die Polizei sprach zehn Platzverweise gegen Randalierer aus und nahm zwei Anzeigen (so wenig wie nie zuvor) wegen Körperverletzung auf.

Die Masse Mensch setzte Sonntag etliche Helfer in Bewegung. Mit elf Beamten bezog die Polizei im Holzschuhmacherhaus Quartier. Auch drei Mitarbeiter des Jugendschutzes waren präsent. Den Bremerhavener Security-Dienst verstärkten einige Ordner, die kontrollierten - so gut es eben ging - dass keine Getränke auf die Festmeile mitgeschleppt wurden. Alle Hände voll zu tun hatten die rund 30 Sanitäter vom DRK. Ihr Lazarett befand sich dicht am Partyvolk in der Ortsmitte. Besonders der Ausnüchterungsbereich war bei steigenden Alkoholpegeln und Temperaturen gut frequentiert. Frühtanz in Steinau besitzt Kultstatus und Magnetwirkung bei jungen Leuten aus dem ganzen Umkreis, um Freunde zu treffen und abzufeiern. Warum das so ist? Dennis Otte (19) aus Cuxhaven findet: "Dass man schon morgens um sechs hier feiern kann - das ist doch ein Mal im Jahr richtig toll." Und sein Kumpel Patrick Toborg aus Geestenseth ergänzte: "Bei so vielen Leuten ist doch richtig Stimmung und man kann Party machen."

Schon der Weg ist für viele der Ziel. Meist mit dem Fahrrad hatten sich die Gruppen von Freunden frühmorgens aus dem ganzen Umkreis auf den Weg gemacht. Beliebt ist dabei das "Brückentrinken". Zwischen Ihlienworth und Steinau am Straßdeich entlang bietet sich zu so einem Stopp stolze 23 Mal auf den Brücken Chance.

Von Wiebke Kramp

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Trinken, Chillen, Freunde treffen und sich von der Musik bedröhnen lassen war in Steinau am Pfingstsonntag angesagt. Ab 6 Uhr war es in dem beschaulichen Dorf mit der Ruhe vorbei.

Fotos: Kramp

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Leserkommentare

Ostekrokodil,29. Mai 2012, 21:06 Uhr

Saufen, saufen, saufen....

Na, nur zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, und nur zehn Platzverweise - das geht doch! Zehn lange Tage von Himmelfahrt bis Pfingstsonntag galt es zu überstehen - vielleicht hätte ich Polizei mal die Radfahrer auf Alk überprüfen sollen - da wären etliche "Idiotentests" fällig geworden...
Eine Frühtänzerin,29. Mai 2012, 18:01 Uhr

Die zusätzlichen Ordner...

waren nicht sonderlich effizient. Einer saß die ganze Zeit im Schatten auf einem Zaun (klar, war auch verständlich bei den Temperaturen) und ein anderer hat uns mit seiner "HALT"-Kelle freundlich zugewunken und sich keinen Zentimeter vom Fleck bewegt.
Nicht, dass es uns ernsthaft gestört hätte.
Die Sanitäter haben einen tollen Job gemacht, denk ich, uns wurde des Öfteren Hilfe angeboten, ohne sie benötigt zu haben.
Mir kam es leerer vor als letztes Jahr, hat mich überrascht, dass es letztlich doch mehr gewesen sein sollen. Aber vielleicht waren alle geplättet von der Sonne und konnten nur im Schatten vor sich hin vegetieren......
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