Energie vom "Sonnenberg"
KREIS CUXHAVEN. Erst der große Ansturm, jetzt nur ein Sturm im Wasserglas? Nachdem reihenweise die potenziellen Investoren an die Türen der Kreis- und Gemeindeverwaltungen klopften, um Photovoltaik-Freilandanlagen im Cuxland zu errichten, hat sich die Situation deutlich entspannt. Der Grund: Der Gesetzgeber hat die Fördermöglichkeiten für Solarstromausgaben verschärft. Wahrscheinlich nur eine Anlage - und zwar in Krempel - geht im Cuxland in diesem Jahr ans Netz.
"Die Förderrichtlinien haben sich geändert - und damit auch die Lage für die Investoren. Manche Projekte stehen auf der Kippe oder sind vom Tisch", sagt Thomas Tilly (Fachgebietsleiter für Bauleitplanung und Projektmanagement beim Landkreis Cuxhaven). Nur noch in Einzelfällen kann es gelingen, vor dem "entscheidenden Stichtag Ende Dezember 2010" Solarparks ans Stromnetz anzuschließen: "Die Einhaltung dieses Stichtages ist die Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeldern der Bundesregierung für den Ausbau des Solarstromes."
Dass dieser Zeitplan im Falle des Solarparks in Krempel eingehalten wird, ist mittlerweile realistisch geworden, denn das Oldenburger Unternehmen "Bauprojekt GmbH" hat vor wenigen Tagen die Baugenehmigung vom Landkreis für die erste Photovoltaik-Freilandanlage im Landkreis Cuxhaven erhalten.
Auf dem Krempeler "Sonnenberg" sollen auf einer 60 000 Quadratmeter großen Fläche die Anlagen installiert werden. Nach Angaben der Kreisverwaltung besteht der Solarpark aus rund 10 500 einzelnen Modulen, die fast 2400 Kilowattstunden Strom erzeugen werden.
Die Besonderheit dieses Projektes ist nicht die Größe, sondern vielmehr der Standort. Dabei handelt es sich nämlich um ein Gewerbegebiet, für das es zwar einen gültigen Bebauungsplan, aber bislang keine Interessenten gab: "Für die Umnutzung derartiger - oft lediglich geplanter - Gewerbegebiete, die nicht gewerblich ausgenutzt werden, besteht nur noch bis zum Ende Dezember die Möglichkeit, die volle Fördermittelhöhe aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Anspruch zu nehmen", so Tilly.
Diese Möglichkeit gibt es für andere Standorte - zum Beispiel Ackerflächen - nicht mehr, nachdem im Sommer die Förderung reduziert oder ganz abgeschafft worden ist.
Ein Beispiel - so Tilly - sei das Aufstellen von Photovoltaikanlagen im Windpark bei Langen-Debstedt: "Dort ist die Plangröße bereits von 20 Hektar auf nur noch zwei Hektar zurückgefahren worden."
Es könnten dort nur Flächen aus dem EEG gefördert werden, die "wegen ihrer unmittelbaren Nähe zur Autobahn als landschaftlich ?vorbelastet' gelten".
Für den Ersten Kreisrat Günter Jochimsen ist der Solarpark-Bau in Krempel eine gelungene Maßnahme. Dort handele es sich schließlich um eine ehemalige Militärbrache und Gewerbegebiet, das jetzt einer Nutzung zugeführt werde.
Von Egbert Schröder
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