Ein Konzept in Sachen Tourismus
HEMMOOR. Ob Oste, Schwebefähre oder Kreidesee - Neuland betritt die Samtgemeinde Hemmoor in Sachen Tourismus gewiss nicht. Aber wie lassen sich einzelne Angebote in Osten, Hechthausen und Hemmoor vernetzen? Wo gibt es Entwicklungspotenzial? Und welche Werbestrategien versprechen noch mehr Gäste? Antworten erhoffen sich Rat und Verwaltung von einem Tourismuskonzept.
Auf "5000 bis 25 000 Euro" schätzte der stellvertretende Verwaltungschef Wolfgang Poit jüngst die Kosten für ein fundiertes Tourismuskonzept, das die SPD-Fraktion im Sommer gefordert hatte. Ohne professionelle Unterstützung sei das nicht machbar. Damit die Kosten nicht ausufern, soll die Kommune an Unis für das Konzept werben. Ziel ist es, einen Studenten zu gewinnen, der sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit mit dem Tourismus in der Samtgemeinde Hemmoor beschäftigt. Eine Kooperation, die sich beim Fährstraßenkonzept bereits bewährt habe. Ein entsprechender Vorschlag von SPD-Fraktionschef Bodo Neumann fand parteiübergreifend Zustimmung. Um das Konzept vorzubereiten und keinen Leerlauf bis zur Hochschularbeit entstehen zu lassen, verständigte sich der Tourismusausschuss der Samtgemeinde darauf, in Kürze eine Projektgruppe zu bilden, die sich mit dem gegenwärtigen Tourismusangebot beschäftigt und ihre Vorstellungen formuliert. In dem rund zwölf Mitglieder starken Gremium sollen neben Rat und Samtgemeinde der Tourismusverein An der Oste, die AG Osteland, die Tauchbasis am Kreidesee, Gastronomie, Wassertourismus und Gewerbeverein vertreten sein.
Möglicherweise keimt auch eine bereits abgehakte Liaison mit dem Touristikverein Kehdingen wieder auf. Wie Poit am Rande der jüngsten Tourismusausschusssitzung bestätigte, soll es in der kommenden Woche erneut zu Gesprächen zwischen den Tourismusexperten der beiden Kommunen kommen. Bereits im Frühjahr hatten Nordkehdinger und Hemmoorer Politik - wie seinerzeit berichtet - mit einer kreisübergreifenden Zusammenarbeit in Sachen Tourismus geliebäugelt. Wenig später hatte der Verwaltungsausschuss Drochtersen eine Mitgliedschaft Hemmoors bei den Kehdingern jedoch abgelehnt.
Von Heike Leuschner
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Ein Konzept in Sachen Tourismus
Für knapp sieben Millionen Menschen in Deutschland beziehungsweise knapp 50 Millionen Menschen in Europa stellt Reisen jedoch eine besondere Herausforderung dar. Gehbehinderte Menschen, Menschen im Rollstuhl, sehbehinderte und blinde Menschen, schwerhörige und gehörlose Menschen, Menschen mit geistiger Behinderung Senioren und viele mehr treffen beim Reisen immer wieder auf Barrieren: Unüberwindbare Stufen und Treppen, zu enge Durchgänge, fehlende akustische Signale oder auch fehlendes Verständnis für die individuellen Bedürfnisse der reisenden Menschen mit Behinderung.
Zählt man zu den schwer behinderten Menschen noch die Reisenden mit leichten Behinderungen oder temporären Aktivitätsbeeinträchtigungen - so zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Operation oder Eltern mit Kinderwagen - dazu, wird schnell deutlich, dass fast jeder Reisende auf Barrieren und unüberwindbare Hindernisse im Urlaub stoßen kann. Angesichts des demografischen Wandels wird ebenso deutlich, dass immer mehr ältere Menschen in unserer Gesellschaft leben und diese ebenso besondere Ansprüche an Zugänglichkeit, Komfort und Service im Tourismus haben.
Insofern ist Barrierefreiheit:
• Für 10 % der Bevölkerung zwingend erforderlich.
• Für über 30 % hilfreich.
• Für 100 % komfortabel.
Es wäre schön, wenn jede Person reisen könnte, wie und wohin sie möchte und jeden gewünschten Ort, jede Sehenswürdigkeit oder Veranstaltung im eigenen oder fremden Land besuchen könnte?
Projekte und Aktivitäten, die sich dem barrierefreien Tourismus widmen, sind Annerkennungswert und an der Umsetzung und Verbesserung muss nicht nur stetig gearbeitet werden, sie müssen auch unterstützt und gefördert werden.
Gerd Drewes
Vorsitzender vom
Beirat der Menschen mit Behinderung
im Landkreis Cuxhaven

















