Der "Genosse Oberndorfer" ist geboren
OBERNDORF. Bevor die Gründung der Bürger-Genossenschaft "Die Oberndorfer" überhaupt vollzogen war, gab es schon die erste Erfolgsbilanz: 157 Gründungsgenossen zeichneten über 430 Anteile, sodass die Genossenschaft mit einem satten Kapital von mehr als 43 000 Euro starten kann, Oberndorf zum Energiedorf zu gestalten und durch Zuwendung aus Gewinnen attraktiver zu machen.
Die Resonanz überwältigte am Donnerstagabend das Team aus der Dorferneuerungs-Energiegruppe um Hans-Hinrich Katt. Rund 250 Interessierte drängten sich in der Kiebitzschule und erlebten die Geburtsstunde der Bürger-Genossenschaft.
Schon vor Beginn der Infoveranstaltung zeichneten die Ersten ihre Anteile. Gründungsmitglied Nummer eins ist übrigens Eibe von Glasow - und die Registrierschlange riss an diesem Abend nicht ab.
Um genau 21.57 Uhr brach der Jubel mit stehenden Ovationen aus. Die Genossenschaft war geboren, die Oberndorf zum Dorf machen soll, das positiv durch ökologische Gewinnung zur Energiewende beiträgt und mindestens so viel Strom erzeugt, wie im Ort konsumiert wird, wie Kaufmann Katt erläutert hatte.
157 Neu-Genossen hielten sofort die erste Generalversammlung ab. Sie wurde geleitet von Jascha Rohr vom Institut IPG, das die Oberndorfer Dorferneuerung professionell begleitet. "Nichts ist so stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist" - mit diesem Zitat von Victor Hugo hatte der Moderator zuvor schon auf die Besonderheit des Abends angespielt. Denn insbesondere in Zeiten knapper öffentlicher Kassen sei es sinnvoll, unternehmerisches Denken an den Tag zu legen.
In den Aufsichtsrat wählte die Generalversammlung "Die Oberndorfer e.G" Hans-Hinrich Katt (Vorsitzender), Barbara Schubert (stellvertretende Vorsitzende), Caspar Bingemer (Schriftführer) sowie Achim Tamm und Hartmut Behrens. Umgehend nach seiner ersten Sitzung ernannte der Aufsichtsrat den neuen Genossenschafts-Vorstand, in dem Horst von Thaden, Matthias Holl und Claus Lemke wirken.
Zwar zogen die notwendigen Regularien den Abend in die Länge, aber schon bald will die Genossenschaft den Worten Taten folgen lassen und ein sichtbares Zeichen setzen. Für 100 Euro im Jahr ist das Dach der gemeindeeigenen Hengststation angemietet und erhält eine Fotovoltaikanlage. Das Oberndorfer Energieteam geht davon aus, dass bereits in diesem Jahr noch eine zweite Anlage hinzu kommt.
Übrigens: Mitstreiter des "Crazy-Competition"-Dorf-Duells hatten sich Donnerstagabend spontan entschlossen, den immer noch "geparkten" Gewinn in Höhe von 5000 Euro in die Genossenschaft einzubringen. Bürgermeister Detlef Horeis: "Es kommt so dem ganzen Dorf und allen Oberndorfern zugute."
Von Wiebke Kramp
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