Dem Kino auf dem Dorf droht das böse Ende

KREIS CUXHAVEN.Das Kinosterben erreicht eine neue Dimension. Ums Mobile Kino Niedersachsen sieht es zappenduster aus, denn das Land streicht die Fördergelder.

Waren einst Lichtspieltheater wichtiger Bestandteil des Dorfamüsements, haben sich Dörfler und Kleinstädter zwar längst daran gewöhnen müssen, dass es keine Kinos mehr auf dem Lande gibt - keine kommerziellen zumindest. Statt in die Röhre zu gucken, ist es aber in vielen Orten auf dem Lande - so auch in Otterndorf, Oberndorf, Osten und Bad Bederkesa - bürgerlichen Kulturinitiativen zu verdanken, dass sie mit Unterstützung des Mobilen Kinos Niedersachsen den ländlichen Raum buchstäblich bespielen - und zwar regelmäßig mit ausgesuchten Qualitätsfilmen für kleine und große Zuschauer. Doch dem ehrenamtlichen Engagement vor Ort droht das Ende, weil das Land das Mobile Kino Niedersachsen nicht mehr unterstützen wird. Überraschend sei kurz vor dem 20-jährigen Bestehen die Nachricht aus der Staatskanzlei gekommen, dass das Land für das kommende Jahr keine Zuschüsse gibt.

"Ohne das Mobile Kino stehen auch unsere Lichtspiele vor dem Aus, ohne deren Mithilfe können wir das gar nicht finanziell bewältigen", erklärt denn auch Claudia Möller-Lemke einer der drei ehrenamtlichen Oberndorfer "Lichtspiel"-Frauen. Mit Ausgaben für eine eigene Leinwand, einen Beamer sowie Vorführrechte wäre auch ihre Initiative vollkommen überfordert.

Das Mobile Kino mit seinen vier Mitarbeitern ist ein Projekt der LAG Jugend & Film Niedersachsen, das die Kinokultur im ländlichen Raum des Flächenlandes nachhaltig fördert. Im Januar 1992 startete das Mobile Kino mit Sitz in Oldenburg seine Erfolgsstory: allein im Jahr 2010 wurden bei 350 Filmvorführungen mehr als 18 500 Besucher erreicht; darunter überwiegend Kinder und Jugendliche. Noch im Oktober sei das Mobile Kino als ein wichtiger Meilenstein der niedersächsischen Medienkompetenzvermittlung vorgestellt worden, teilt die LAG Jugend & Film Niedersachsen mit.

Sollte es bei der Streichung der Fördermittel bleiben, müsse das Projekt eingestellt und die Arbeitsplätze gehen verloren. Die LAG Jugend & Film Niedersachsen fordert daher vom Land eine Fortsetzung der Förderung und eine schnelle Entscheidung darüber. Sie appelliert an die Bürger, die Politik zu mobilisieren oder sich direkt an Ministerpräsident David McAllister mit einer Protestmail zu wenden. (wip/nez)

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