Beratungsring kritisiert die Konkurrenz in der Börde

LAMSTEDT. Auf ein zufriedenstellendes Wirtschaftsjahr blickte der Versuchs- und Beratungsring Lamstedt jetzt zurück. Während der Hauptversammlung im Gasthaus Hinck in Lamstedt teilte Ringleiter Hans-Werner Gornott mit, dass man zufrieden sein könne, obwohl der Milchauszahlungspreis bei lediglich 29,6 Cent/Kilogramm einschließlich Mehrwertsteuer lag.

"Der Durchschnittsgewinn betrug knapp 65 000 Euro ohne Abschreibungen und blieb damit gegenüber dem Vorjahr stabil", berichtete Gornott auf der Hauptversammlung. Vor rund 100 Berufskollegen sowie zahlreichen Vertretern berufsständischer Vereinigungen erläuterte Ringleiter Gornott die einzelbetrieblichen Auswertungen.

Die Zahl der angeschlossenen Betriebe blieb mit 233 konstant. Die Flächenausstattung stieg um 1,5 Hektar je Betrieb auf 71,5 Hektar. Die Milchreferenzmenge erhöhte sich um 35 000 Kilogramm auf 565 000 Kilogramm. Zwölf Betriebe verfügen über eine Milchquote von mehr als einer Million Kilogramm.

Günstig gestaltete sich der Zukauf der Milchquoten. Mussten im Vorjahr noch 17,3 Cent je Kilogramm gelöhnt werden, waren es im Geschäftsjahr nur noch 10,1 Cent. 64 Betriebe erwarben weitere 4,2 Millionen Kilogramm.

Die Erlöse im Rindfleischsektor zogen leicht an, während sie im Schweinebereich weiter fielen. Gornott betrachtete diese Entwicklung als nicht zufriedenstellend. Er streifte weiter Ausgleichsprogramme, die Tierseuchenkasse und die Dieselrückvergütung.

Als "bedenklich" stufte der Ringleiter das gestiegene Niveau für Pachtländereien ein. Es stieg um 200 bis 300 Euro je Hektar. Dabei konkurrierten eindeutig die Milchviehhöfe mit den Biogasbetrieben. Die hohen Pachtkosten könnten nur mit einer guten Produktionstechnik und einer hohen Flächenproduktivität kompensiert werden.

"Flächenzupachtung, nur um Güllenachweisflächen zu haben, ist der falsche Weg", konstatierte Hans-Werner Gornott. Und abschließend: "Ingesamt sehe ich für unsere Landwirte eine recht positive Zukunft. Wir bekommen das schon hin", meinte der Ringleiter.

Die Landwirtschaft sei nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Börde, führte Bürgermeister Manfred Knust in seinen Grußworten aus. Erfreulich sei, in diesem Jahr werde durch das Amt für Landentwicklung (AfL) Bremerhaven mit Hollnseth ein weiteres Flurbereinigungsverfahren eingeleitet.

"Von der Dioxin-Affäre blieben wir in der Börde glücklicherweise verschont", stellte der stellvertretende Kreislandvolkvorsitzende Mathias Buck erfreut fest. Dies sei vor allem darauf zurück zu führen, dass es in der Börde nur wenig Schweine- und Geflügelhaltung gebe.

Auf großes Interesse stieß auf der Versammlung der Vortag von Andreas Pelzer von der bau- und produktionstechnischen Leitung Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zu dem Thema: "Aktuelle Entwicklungen im Haltungsbereich von Milchvieh-Stallbau, Boxengestaltung, Laufgänge, Lichtung und Lüftung".

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