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14. April 2012

Erweiterungspläne Bagger reißen Loch in den Deich

Offshore-Basis vor dem Liegeplatz 9: Der Hadler Schultheiß Günther Hahl (3.v. links) lässt sich zusammen mit Christina Tietjen (l.) von Baustellenleiter Knut Kokkelink die anstehenden Arbeiten am Grodener Deich erläutern. Foto: Sassen
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CUXHAVEN. Noch braucht man viel Fantasie um sich vorstellen zu können, wie es auf der aufgespülten Fläche östlich des alten Baumrönnesiels einmal aussehen wird. Eine Werkserweiterung für CSC, eine zweite Halle für den Turmproduzenten Ambau und am östlichen Ende in Richtung Altenbruch eine mehrere Hektar große Fläche, auf der das Unternehmen Strabag Schwerlastfundamente aus Beton fertigt.

Das sind die Erweiterungspläne für die Cuxhavener Offshore-Basis. Zurzeit werden die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen, der Liegeplatz 9 fertig gestellt, Versorgungsleitungen verlegt und Straßen gebaut. Als nächsten Schritt plant Knut Kokkelink, Baustellenleiter der landeseigenen NiedersachsenPorts GmbH, den mächtigen Seedeich auf einer Breite von rund 100 Metern abzutragen, um eine Ersatzentwässerungsleitung für das Cuxhavener Klärwerk zu verlegen. Die Arbeiten beginnen am Montag und sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein.

Die sogenannte Druckrohrleitung ist etwa 1500 Meter lang und besteht aus zwei Rohren mit einem Querschnitt von je einem Meter. Sie ersetzt die heutige Leitung, die im Zuge der weiteren Ansiedlung überbaut und abgeklemmt wird. Eigentlich keine große Sache, wäre nicht der gewaltige Deichkörper mit einer Höhe von 8,20 Meter zu unterqueren. Weil Arbeiten am Deich aber immer eine Beeinflussung des Sturmflutschutzes bedeuten, bedürfen sie einer Genehmigung durch die Untere Deichschutzbehörde der Stadt Cuxhaven. Außerdem muss der in diesem Bereich zuständige Hadler Deichverband sein Einverständnis geben. Deshalb ließen sich Schultheiß Günther Hahl, Christina Tietjen vom Hadler Deichverband und Sabine Lehmann von der Stadt Cuxhaven am Donnerstag von Knut Kokkelink an Ort und Stelle über die anstehenden Arbeiten informieren. Hahl hatte auch darum gebeten, die Öffentlichkeit zu informieren, warum an dieser Stelle der Deich aufgebrochen werden muss.

Bis neun Meter tief

Inzwischen haben alle Beteiligten ihre Einwilligung gegeben, sodass die Bagger in der kommenden Woche anrücken können. Vor dem 15. April sind Arbeiten am Deich grundsätzlich untersagt. Obwohl es seinem Deich diesmal richtig an den Kragen geht und dort ein riesiger Krater von bis zu neun Meter Tiefe entstehen wird, sieht Schultheiß Hahl der Maßnahme entspannt entgegen. Schließlich ist das Gelände vor und hinter dem Deich mit Sand aus der Elbe bereits so hoch aufgespült worden, dass es selbst bei der höchsten jemals gemessenen Sturmflut knochentrocken bliebe.

Der gefürchtete Wellenschlag würde sich ohnehin auf der aufgespülten Fläche totlaufen, so Hahl. Sorgen bereitet ihm dagegen der Flugsand, der aufgrund der Trockenheit in den vergangenen Wochen von den Spülflächen auf den Deich geweht ist und die Grasnarbe weitgehend unter sich begraben hat. „Der Sand muss wieder runter“, forderte Hahl von Kokkelink. Über das „Wie?“ war man sich am Donnerstag noch nicht so recht im Klaren.

Doch zurück zu den Druckrohrleitungen: Sie müssen erst in den Boden bevor, auf dem Gelände weitergebaut werden kann. Auf der Trasse soll später eventuell eine zusätzliche Zufahrtsstraße verlaufen.

Zwar können die geklärten Abwässer vom Cuxhavener Klärwerk auch durch die Leitungen gepumpt werden. Doch dies geschieht, laut Kokkelink nur bei Hochwasser. Sonst sollen die Abwässer durch das natürliche Gefälle in die Elbe fließen.

Bis August alles fertig

Deshalb müssen die Rohrleitungsbauer tief in den Boden. Die beiden Rohre sollen nur 50 Zentimeter über dem Niedrigwasserniveau in die Elbe münden. Am 31. Juli soll alles fertig sein. „Dann wird das Gras gesät, sodass wir am 1. Oktober wieder einen grünen Deich haben werden“, verspricht Kokkelink.

Von Thomas Sassen

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