Abrüstung: Rund 1000 Waffen vernichtet
KREIS CUXHAVEN. Die Zeichen stehen auf Abrüstung: Seit Sommer vergangenen Jahres sind rund 1000 Schusswaffen bei der Stadt- und Kreisverwaltung abgegeben worden. Schmelzofen statt Schießplatz: Die Novellierung des Waffenrechts hat bei vielen Eigentümern von Waffen für ein Umdenken gesorgt.
11. März 2009: Beim Amoklauf in Winnenden erschießt ein 17 Jahre alter Jugendlicher 15 Menschen und begeht anschließend Selbstmord. Der Jugendliche hatte die Pistole seines Vaters für die Tat benutzt, der die Waffe im Schrank seines Schlafzimmers aufbewahrte. Geschockt von dem Vorfall reagierte die Politik: Bereits wenige Monate später trat ein schärferes Waffengesetz in Kraft, das die Besitzer von Pistolen und Gewehren stärker in die Pflicht nimmt und von ihnen eine sichere Aufbewahrung fordert.
Für Besitzer illegaler Waffen führte der Gesetzgeber eine befristete Amnestieregelung ein, die Ende 2009 auslief. Diese Waffen konnten bis zu diesem Zeitpunkt ohne Bestrafung bei den deutschen Behörden abgegeben werden.
Vom illegalen zum legalen Waffenbesitz: Der Landkreis und die Stadt Cuxhaven schreiben derzeit alle der rund 7000 registrierten Waffenbesitzer an und lassen sich Unterlagen als Nachweis über die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition vorlegen. Bislang sind - so Gerhard Goedecke (Fachgebietsleiter für Ausländer- und Hoheitsangelegenheiten im Kreis-Ordnungsamt) - sind etwa 1000 Schreiben abgeschickt worden. Die Adressaten werden aufgefordert, Nachweise für eine sichere Lagerung vorzulegen.
Dies kann im Einzelfall - zum Beispiel bei der notwendigen Neuanschaffung eines Waffenschrankes - mit Ausgaben von mehreren hundert Euro verbunden sein. Kosten, die so mancher Waffenbesitzer scheut, der möglicherweise nur über ein Jahrzehnte altes Luftgewehr verfügt, das er nicht mehr benutzt.
Wer eine Schusswaffe legal besitzt und sie abgeben möchte, kann sich an die Behörden wenden. In den vergangenen 15 Monaten nutzten rund 1000 Cuxländer diese Möglichkeit. Goedecke begrüßt diese freiwillige Maßnahme: "Jede Waffe stellt auch eine Gefahr dar."
Von Egbert Schröder
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Leserkommentare
Geht es hier um Geld?
Im Übrigen waren die meisten abgegebenen Waffen bei der Abgabe schon Schrott. Hier ist also kein Geld verbraten worden sondern sehr sinnvoll angelegt.

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