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9. September 2010

Abrüstung: Rund 1000 Waffen vernichtet

KREIS CUXHAVEN. Die Zeichen stehen auf Abrüstung: Seit Sommer vergangenen Jahres sind rund 1000 Schusswaffen bei der Stadt- und Kreisverwaltung abgegeben worden. Schmelzofen statt Schießplatz: Die Novellierung des Waffenrechts hat bei vielen Eigentümern von Waffen für ein Umdenken gesorgt.

11. März 2009: Beim Amoklauf in Winnenden erschießt ein 17 Jahre alter Jugendlicher 15 Menschen und begeht anschließend Selbstmord. Der Jugendliche hatte die Pistole seines Vaters für die Tat benutzt, der die Waffe im Schrank seines Schlafzimmers aufbewahrte. Geschockt von dem Vorfall reagierte die Politik: Bereits wenige Monate später trat ein schärferes Waffengesetz in Kraft, das die Besitzer von Pistolen und Gewehren stärker in die Pflicht nimmt und von ihnen eine sichere Aufbewahrung fordert.

Für Besitzer illegaler Waffen führte der Gesetzgeber eine befristete Amnestieregelung ein, die Ende 2009 auslief. Diese Waffen konnten bis zu diesem Zeitpunkt ohne Bestrafung bei den deutschen Behörden abgegeben werden.

Vom illegalen zum legalen Waffenbesitz: Der Landkreis und die Stadt Cuxhaven schreiben derzeit alle der rund 7000 registrierten Waffenbesitzer an und lassen sich Unterlagen als Nachweis über die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition vorlegen. Bislang sind - so Gerhard Goedecke (Fachgebietsleiter für Ausländer- und Hoheitsangelegenheiten im Kreis-Ordnungsamt) - sind etwa 1000 Schreiben abgeschickt worden. Die Adressaten werden aufgefordert, Nachweise für eine sichere Lagerung vorzulegen.

Dies kann im Einzelfall - zum Beispiel bei der notwendigen Neuanschaffung eines Waffenschrankes - mit Ausgaben von mehreren hundert Euro verbunden sein. Kosten, die so mancher Waffenbesitzer scheut, der möglicherweise nur über ein Jahrzehnte altes Luftgewehr verfügt, das er nicht mehr benutzt.

Wer eine Schusswaffe legal besitzt und sie abgeben möchte, kann sich an die Behörden wenden. In den vergangenen 15 Monaten nutzten rund 1000 Cuxländer diese Möglichkeit. Goedecke begrüßt diese freiwillige Maßnahme: "Jede Waffe stellt auch eine Gefahr dar."

Von Egbert Schröder

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Ein Fall für den Schmelzofen: Auch diese Signalpistole, die Gerhard Goe- decke (Fachgebietsleiter für Ausländer- und Hoheitsangelegenheiten im Kreis-Ordnungsamt) in den Händen hält, wird vernichtet.
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Leserkommentare

Dirk,11. September 2010, 01:23 Uhr

Geht es hier um Geld?

Wohl eher nicht. Hier sollen potentielle Tötungsinstrumente aus dem Verkehr gezogen werden. Jede Waffe weniger reduziert die Gefahr. Ich finde, 7000 Waffenbesitzer im Landkreis und in der Stadt Cuxhaven sind immer noch eine ganze Menge. Gewiss, auch mit einem Küchenmesser kann getötet werden, jedoch kann eine Schusswaffe von dem kleinsten Feigling bedient werden. An wen sollten denn die ganzen Waffen verkauft werden? Auch der Vater des Amokläufer besass die Waffen legal.
Im Übrigen waren die meisten abgegebenen Waffen bei der Abgabe schon Schrott. Hier ist also kein Geld verbraten worden sondern sehr sinnvoll angelegt.
Eigentümer, 9. September 2010, 18:42 Uhr

Schade ums verschmolzene Geld!

Andere Länder und andere deutesche Bundesländer haben zwar auch zur Durchforstung des legalen / und ggf. illegalen, da nicht registriertem Waffenbesitz aufgerufen, allerdings wurden sodann diese Waffen, die ja immerhin tlw. noch einen erheblichen Vermögenswert darstellen und nicht immer gleich automatisch eine "Gefahr" darstellen, wie die o.a. Signalpistole auf Auktionen gewinnbringend versteigert und nicht teuer kostenpflichtig entsorgt. Unterstellt man das eine jede der 1.000 abgegebenen Waffen noch 50 Euro erlöst - statt 20 Euro gekostet hätte so hat der Landkreis bisher knapp 700.000 Euro verbraten. Wieder ein tolles Rechenkunststück.
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