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16. Juli 2010

35-Jähriger beim Baden ertrunken

CUXHAVEN. Die Elbe ist kein ungefährliches Badegewässer. Diese Erfahrung mussten am Freitag Schwimmer machen, die im Bereich des Döser Strandbades, nahe der Kugelbake ins Wasser gegangen und dann über den Leitdamm in Richtung Fahrwasser abgetrieben worden waren. Ein 35 Jahre alter Urlauber aus Hannover ertrank am Freitag nach dramatischen Rettungsversuchen. Die Cuxhavener Seenotretter hatten den Schwimmer gegen 15.40 Uhr mit dem Tochterboot "Biene" aus dem Wasser geholt. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann nach Angaben von Vormann Jörg Bünting aber schon ohne Bewusstsein gewesen. Der Körper trieb bäuchlinks auf dem Wasser. Der Kopf befand sich unter Wasser. Wiederbelebungsversuche zunächst durch die Rettungsleute an Bord der "Biene" und anschließend am Anleger im Fährhafen durch einen Notarzt hatten keinen Erfolg mehr. Der Notarzt musste schließlich den Tod feststellen. Weil unklar war, ob noch eine zweite Person abgetrieben worden war, wurde eine Suchaktion gestartet, an der sich unter der Leitung von Vormann Jörg Bünting vom Rettungskreuzer auch die Wasserschutzpolizei, die DLRG, die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Duhnen und die Kurverwaltung mit Booten und Personal beteiligten. Ausgelöst worden war die Suche durch die Meldung einer Passantin, die am Strand nahe der Kugelbake einen Personalausweis gefunden hatte. Später stellte sich auf Nachforschungen der Polizei heraus, dass es sich um den Personalausweis des Ertrunkenen handelte. Die Suche wurde danach gegen 17 Uhr abgebrochen.

Die Freundin des Verstorbenen war zunächst mit ihrem Partner vom Strand aus hinausgeschwommen. Ablandiger Wind und eine gefährliche Nährströmung hatten das Paar über den Leitdamm in Richtung Fahrwasser getrieben. Die Frau hatte versucht, ihren Partner, dessen Kräfte schwanden, über Wasser zu halten. Schließlich musste sie los lassen und konnte sich gerade noch mit letzter Kraft auf den leitdamm retten, wo sie völlig entkräftet zusammen brach und später vom Notarzt versorgt und dann ins Krankenhaus gebracht wurde. Den Mann bargen die Retter etwa 20 Minuten später nahe der Untiefentonne bei der Kugelbake. Ein Urlaubspaar aus Neustadt an der Weinstraße (beide 20 Jahre alt) hatten zuvor versucht, den in Not Geratenen zu helfen. Mit einer Luftmatratze hatten sie versucht, den Körper des Mannes über Wasser zu halten.

Dem Drama war ein halbstündiger Rettungseinsatz von Kurverwaltung und DGzRS vorausgegangen. Drei Schwimmer waren kurz nach 15 Uhr an der gleichen Stelle jeweils aauf einer Luftmaatratze über den Leitdamm in Richtung Fahrwasser getrieben. Eine person konnte vom DGzRS-Tochterboot "Biene" die anderen beiden vom Boot "Nico" der Kurverwaltung in Sicherheit gebracht werden.

Von Thomas Sassen

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Mit dem Tochterboot "Biene" des Rettungskreuzers "Hermann Helms" bargen die Männer der DGzRS den nahe der Untiefentonne leblos im Wasser treibenden Mann.
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Leserkommentare

Hellmuth,23. Juli 2010, 17:18 Uhr

Der ganz normale Wahnsinn..

... den die Retter alltäglich erleben. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, ausgerechnet dort zu baden, wo die dicken Pötte unterwegs sind. Alleine der Gedanke an die Schiffsschrauben muss einem doch eine gehörige Portion Respekt einflössen. Aber mal ehrlich gesagt: Wieviele Kleinkinder spielen unbeaufsichtigt in den Strandbädern im Wasser? Von den Betrunkenen gar nicht zu reden! Und wo breitet man im Strandbad Kugelbake am besten sein Handtuch aus? Dort wo normalerweise die Rettungszufahrt zum Strand ist. Ich beobachte das jeden Tag, wie schwer es für die Retter ist, mit Traktor und Schlauchboot zum wasser zu gelangen. Und wenn dann noch das Rettungsboot zu Wasser gelassen wird, dann steht man am Besten im Weg herum. Selbiges, wenn das Rettungsboot zurückkommt: Es könnte einem ja ein schauriger Eindruck entgehen. Wirklich Respekt vor der Arbeit der Rettungskräfte!!
christiane,23. Juli 2010, 07:24 Uhr

Muß mich nochmal zu Worte melden.........

Gestern hörte ich etwas unfassbares von einer Bekannten,die den Vorfall live erlebt hat:
EINEN Tag nach dem Unglück bekam sie folgenden Dialog eines Päärchens aus dem "Nachbarstrandkorb"mit:
"Wollen wir ins Watt? Es sind ja keine Schiffe zu sehen,können ja hinter die Mauer aber nehmen die Luftmatratzen mit-dann haben wir feste Unterlage und können nicht absaufen" - nach einem lauten "hahahaha" zogen die beiden dann von dannen - Luftmatratzen im Schlepptau !!!!!!!!!!!!!
Dieses Päärchen war ca 3o Jahre !
Da fehlten meiner Bekannten die Worte-und das will was heißen
Hellmuth,22. Juli 2010, 16:46 Uhr

Schon komisch...

Wenn man nahe der Kugelbake den Deich entlang spaziert und immer wieder Badende sieht, die versuchen, über den Leitdamm zu klettern. Die beiden Schlauchboote der Seenotretter kommen gar nicht nach, die Leute zurückzuweisen und zu warnen. Dreht das Schlauchboot dann ab, versucht man es noch mal, denn man weiss es besser...
Und was hört man dann von Gästen, die am Deich auf einer Bank sitzen und das ganze beobachten?
"Kuck mal, was für eine tolle Badestelle! Der Bademeister hat sogar ein eigenes Schlauchboot....." Kein Kommentar mehr, der mir dazu einfällt, zumindest kein sinnvoller...
Christiane,21. Juli 2010, 14:36 Uhr

Wie kann man als erwachsener so unvernünftig sein???????

Ich fahre bereits seit 1991 nach Cuxhaven und weiß,daß in JEDEM Kurheft davor gewarnt wird,sich hinter der Mauer aufzuhalten - können denn selbst erwachsene nicht lesen (oder MÜSSEN sie es nicht,weil sie ach so schlau sind)?????? Jeder müßte eigentlich wissen,wie gefahrvoll die Fahrrine ist und wie groß die Kraft der Wellen. Ich selber habe vor 3 Jahren ca 15o mtr von der QUEEN MARY II weggestanden (im knöcheltiefen Wassser ) - als sie direkt vorbeifuhr bin ich vom Wellengang fast umgefallen und hatte das Wasser bis zum Oberschenkel. Selbst ein guter Schwimmer kann sich dann nicht halten. Vll hilft dieser schlimme Vorfall dabei,daß AUCH ERWACHSENE SICH AN REGELN HALTEN!!!! Für diejenigen,die so etwas direkt mitbekommen, ist mit Sicherheit ein schöner Urlaubstag gelaufen
dr.wo,19. Juli 2010, 08:57 Uhr

Artikel wirft Fragen zum Unfallablauf auf...

Schlimme Sache mit dem Ertrinkungsunfall... Etwas verwirrend der Artikel... Wo denn nun ins Wasser gegangen? Beim Döser Strandbad oder "nahe der Kugelbake"? Wenn die den gegen 15:40 geborgen haben, wird das Drama gegen 14:30 begonnen haben, also ungefähr 3 Std. vor Hochwasser, d.h. die müssen ziemlich weit rausgelaufen sein zum Schwimmen... Und "über den Leitdamm getrieben", 2-3 Std. vor Hochwasser? Das geht doch gar nicht. Da müßte man schon rüberklettern, oder?
Wind war ja wenig und südlich an dem Tag, also wohl keine Kiter unterwegs zu der Zeit bei der Kugelbake, die hätten sonst sicher schneller helfen können...
Kevin,18. Juli 2010, 22:17 Uhr

ich war selber dabei

finde es nur schade das der Artikel so anderes beschrieben ist als es war... ich war dabei nicht nur dabei! ich war mitten drine... Ein Älterer Herr (ca. 50 Jahre) und Ich (17 Jahre) haben die bewusstlos frau im wasser treiben gesehen.
Wir wussten sofort wir mussten eingreifen und haben versuch die bewusstlose frau über den leiddamm zu bekommen. Das ein sehr schwerer Kampf war! Anschließen haben wir die person zum strand getragen wo anschließend pasanten erste hilfe geleistet haben. Als die polizei, Feuerwerk und DLRG eintraff war die frau schon an land und wieder bei bewusstsein.
Cuxi,17. Juli 2010, 20:16 Uhr

Schlimm!!!

Es ist ehrlich erschütternd das zu lesen. Erst heute sah man am Strand wieder und immer wieder mehr Urlauber, die beim Watlaufen über den Leitdamm kletterten um dort im " Tiefen Wasser" zu schwimmen. Selbst mit kleinen Kindern....es stehen nirgends Schilder die davor warnen....TRAURIG...Wir als Cuxhavener wissen das es verboten ist über den Leitdamm zu klettern...
Die Kurverwaltung MUSS dafür sorgen, das ausreichend davor gewarnt wird um solche Tragödien zu verhindern....
Mule,17. Juli 2010, 14:27 Uhr

16. Juli 2010 AAA 35-Jähriger beim Baden ertrunken

Bin erschüttert.Warne schon seit Jahren. Hoffentlich kommen sehr schnell Warnschilder hier in Otterndorf, damit nichts passiert. Kleinkinder werden oft genug von Sog und Schwell bei Ebbe umgeworfen und von den Eltern gerettet.
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